Die bundesweite Regulierung von KI in den USA bleibt Anfang 2026 weiterhin ungeklärt. Die folgenreichsten Änderungen in der KI-Governance gehen von Gesetzen der Bundesstaaten Kalifornien und New York aus, die bereits in Kraft sind. Laut Rechtsexperten und Sicherheitsforschern signalisieren diese wegweisenden Regelungen eine zunehmende Dynamik in der KI-Aufsicht – und das, obwohl die Trump-Regierung ihre Bemühungen verstärkt, Initiativen der Bundesstaaten einzuschränken.
Kaliforniens SB-53 und New Yorks RAISE Act sind derzeit die strengsten Gesetze zur KI-Sicherheit in den USA. Beide verpflichten KI-Entwickler, offenzulegen, wie sie wesentliche Risiken minimieren und Sicherheitsvorfälle zu melden. Damit werden Durchsetzungsmechanismen in einem bis dahin wenig regulierten Umfeld eingeführt. SB-53, in Kraft seit dem 1. Januar, schreibt die Meldung von Vorfällen innerhalb von 15 Tagen vor und sieht Geldstrafen von bis zu 1,6 Billionen US-Dollar vor. Der RAISE Act hingegen verlangt eine Meldefrist von 72 Stunden und erhöht die potenziellen Strafen bei wiederholten Verstößen auf bis zu 1,6 Billionen US-Dollar. Beide Gesetze gelten primär für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1,6 Billionen US-Dollar und schließen viele kleinere Startups aus.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass diese Gesetze Transparenz und Dokumentation gegenüber detaillierten technischen Kontrollen priorisieren. Lily Li, Gründerin von Metaverse Law, erklärte: ZDNET Die Umsatzschwelle spiegelt eher einen politischen Kompromiss als Unterschiede im KI-Risiko wider, insbesondere da auch kleinere Unternehmen mittlerweile leistungsstarke Modelle einsetzen können. Im Vergleich zum früheren, gescheiterten Gesetzesentwurf SB-1047, der kostspielige Sicherheitstests und Not-Aus-Schalter erfordert hätte, verfolgt SB-53 einen weniger strengen Ansatz und konzentriert sich auf die Meldung katastrophaler Risiken wie Cyber-, biologische oder radiologische Schäden.
Auf Bundesebene unterzeichnete Präsident Trump im Dezember eine Exekutivanordnung, die seine Ablehnung dessen bekräftigte, was die Regierung als “übermäßige staatliche Regulierung” bezeichnet. Die Anordnung richtete eine Task Force für KI-Rechtsstreitigkeiten ein, um gegen als verfassungswidrig erachtete Landesgesetze vorzugehen. Li argumentiert jedoch, dass die Bundesstaaten ohne bundesweite KI-Gesetzgebung gemäß dem Zehnten Verfassungszusatz weiterhin die Befugnisse behalten.
Wichtigste Erkenntnisse für KI-Entwickler und politische Entscheidungsträger:
- Das kalifornische Gesetz SB-53 und der RAISE Act aus New York sind nun die strengsten KI-Gesetze in den USA.
- Beide priorisieren Transparenz, Vorfallsmeldung und Governance gegenüber direkten Modellkontrollen.
- Die Bemühungen des Bundes könnten Landesgesetze in Frage stellen, aber die Frage der Präemption bleibt ungewiss.
- Forscher sehen Fortschritte, warnen aber davor, dass die aktuellen Regeln nicht ausreichen, um die langfristigen Risiken der KI zu bewältigen.
Experten sind sich einig, dass diese Gesetze eher ein erster Schritt als eine endgültige Lösung darstellen. Während die Anforderungen an Governance und Transparenz die Erwartungen von Unternehmen bereits verändern, betonen Juristen und Forscher gleichermaßen, dass deutlich robustere Sicherheitsmaßnahmen für KI erforderlich sein werden, da fortschrittliche und potenziell risikoreiche Systeme immer weiter verbreitet werden.
Quelle:
https://www.zdnet.com/article/state-ai-safety-laws-california-new-york/

