Mit dem Einzug künstlicher Intelligenz in den Arbeitsalltag steigt der Druck auf Arbeitnehmer, Produktivitätssteigerungen mit ethischen, rechtlichen und beruflichen Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Zwar können Tools wie generative KI Recherche, Texterstellung und Qualitätskontrolle beschleunigen, doch Experten warnen davor, dass Missbrauch – oder auch unüberlegte Nutzung – Arbeitnehmer und Arbeitgeber erheblichen Risiken aussetzen kann.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Grenzen von KI zu verstehen. Generative KI-Systeme neigen zu “Halluzinationen” und erzeugen Ergebnisse, die zwar glaubwürdig erscheinen, aber ungenau oder gänzlich falsch sind. Rechts- und Personalexperten betonen, dass die Verantwortung für Fehler letztendlich beim Mitarbeiter liegt, nicht beim System. Daher sollte KI eher als hilfreicher Ausgangspunkt denn als alleinige Informationsquelle betrachtet werden, und alle Ergebnisse müssen vor der Verwendung überprüft werden. Transparenz gegenüber Führungskräften hinsichtlich des Einsatzes von KI gilt zunehmend als bewährte Vorgehensweise.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Bewusstsein für die entsprechenden Richtlinien. Umfragen deuten darauf hin, dass die Akzeptanz von KI durch die Mitarbeitenden die formale Steuerung übertrifft: Obwohl die Mehrheit der Beschäftigten angibt, KI-Tools zu nutzen, verfügen weniger als die Hälfte der Arbeitgeber über klare, eigenständige KI-Richtlinien. Wo Richtlinien existieren, definieren sie in der Regel zugelassene Tools, zulässige Anwendungsfälle, Regeln für den Umgang mit Daten und mögliche disziplinarische Konsequenzen. In einigen Branchen wie der Verteidigungsindustrie, dem Finanzsektor oder regulierten Bereichen kann die KI-Nutzung auf intern genehmigte Systeme beschränkt sein.
Mangels expliziter KI-Richtlinien stützen sich Mitarbeiter auf bestehende betriebliche Richtlinien zu Vertraulichkeit, geistigem Eigentum, Cybersicherheit und Datenschutz. Die Weitergabe sensibler oder personenbezogener Daten an öffentliche KI-Tools gibt weiterhin Anlass zu erheblichen Bedenken. Experten empfehlen zudem, Datenspeicherungs- und Trainingsfunktionen in Drittanbieter-Tools nach Möglichkeit zu deaktivieren.
Wichtigste Erkenntnisse für Mitarbeiter:
- KI als Produktivitätshilfe und nicht als Entscheidungsträger betrachten; Ergebnisse stets überprüfen.
- Prüfen Sie die Unternehmensrichtlinien, um die zugelassenen Tools und Grenzen zu verstehen.
- Vermeiden Sie die Weitergabe vertraulicher oder personenbezogener Daten an öffentliche KI-Plattformen.
- Wenden Sie die gleichen ethischen und professionellen Standards an, die auch bei Arbeiten ohne KI angewendet werden.
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI erwarten Unternehmen eine Klärung der Governance-Richtlinien. Bis dahin bleibt ein vorsichtiger und informierter Umgang mit KI der sicherste Weg für Mitarbeiter, die KI am Arbeitsplatz nutzen.
Quelle:
https://edition.cnn.com/2025/12/30/business/using-ai-at-work

