Generative KI (GenAI) wird auch in Zukunft eine der disruptivsten Kräfte in der Unternehmens-IT bleiben. Gartner skizziert drei wichtige, umsetzbare Prognosen, die die Art und Weise, wie Unternehmen KI-Systeme in den nächsten vier Jahren entwickeln, implementieren und verwalten werden, maßgeblich prägen werden. Trotz eines allgemeinen Rückgangs des Risikokapitals nimmt das Investitionstempo in GenAI, angetrieben von großen Technologieunternehmen, weiter zu. Dieses rasante Innovationstempo bietet IT-Verantwortlichen, die Experimente in nachhaltigen Geschäftswert umwandeln müssen, sowohl Chancen als auch Herausforderungen.
Die Analyse von Gartner umfasst den gesamten GenAI-Stack und verdeutlicht einen klaren Wandel weg von Einheitslösungen hin zu spezialisierteren, autonomeren und multimodalen Systemen.
Zu den wichtigsten Prognosen gehören:
- Aufstieg domänenspezifischer GenAI-Modelle. Bis 2027 werden mehr als 501 Tsd. 500 GenAI-Modelle, die von Unternehmen eingesetzt werden, auf spezifische Branchen oder Geschäftsfunktionen zugeschnitten sein – gegenüber rund 11 Tsd. 500 im Jahr 2023. Diese Modelle sind typischerweise kleiner, effizienter und weniger anfällig für Fehlinterpretationen als universelle Modelle. Dadurch eignen sie sich besonders für regulierte oder unternehmenskritische Anwendungsfälle.
- Verbreitung von agentenbasierter KI und Multiagentensystemen. Gartner geht davon aus, dass agentenbasierte KI – Systeme, die autonom agieren, aus Interaktionen lernen und Entscheidungen treffen können – die Investitionen in GenAI dominieren wird. Bis 2028 plant ein Drittel aller Unternehmenssoftwareanwendungen, agentenbasierte Funktionen zu integrieren, wobei KI-Agenten mindestens 151.000 Billionen tägliche Arbeitsentscheidungen treffen werden. Die Zusammenarbeit spezialisierter Agenten wird für das Management komplexer, funktionsübergreifender Arbeitsabläufe unerlässlich sein.
- Multimodale GenAI als Unternehmensstandard. Multimodale Modelle, die Text, Bilder, Video, Audio und strukturierte Daten kombinieren, werden Unternehmensanwendungen voraussichtlich grundlegend verändern. Gartner prognostiziert, dass bis 2030 801,5 Tsd. Billionen US-Dollar an Unternehmenssoftware multimodal sein werden, gegenüber weniger als 51,5 Tsd. Billionen US-Dollar im Jahr 2024. Dies ermöglicht einen umfassenderen Kontext, höhere Genauigkeit und intuitivere Benutzererlebnisse.
Für Technologieführer ist die Botschaft klar: Der Erfolg mit GenAI hängt weniger von der Einführung des neuesten Modells ab, sondern vielmehr von der Abstimmung von Domänenfokus und Agentenarchitektur. Hinzu kommen multimodale Fähigkeiten und eine Governance, die mit der langfristigen Geschäftsstrategie harmonieren.
Quelle:
https://www.gartner.com/en/articles/3-bold-and-actionable-predictions-for-the-future-of-genai

