Eine neue Studie von Scale AI und das Center for AI Safety haben festgestellt, dass selbst die fortschrittlichsten KI-Systeme – darunter Gemini 2.5 Pro, GPT-5 und Claude Sonnet 4.5 – weniger als 31.400 freiberufliche Tätigkeiten automatisieren können. Dies offenbart erhebliche Lücken zwischen den aktuellen KI-Fähigkeiten und der menschlichen Leistungsfähigkeit bei realen Aufgaben. Die Ergebnisse stellen Prognosen infrage, wonach KI schon bald große Teile der Büroarbeit ersetzen wird.
Die Studie stellt einen neuen Maßstab vor, den Remote Labor Index (RLI). Dieser misst, wie gut KI-Systeme wirtschaftlich wertvolle freiberufliche Tätigkeiten in 23 Kategorien ausführen, darunter Grafikdesign, CAD, Produktdesign und Spieleentwicklung. Die Forscher stellten den KI-Systemen Projektbeschreibungen und Dateien zur Verfügung, die mit denen menschlicher Freiberufler identisch waren, und bewerteten anschließend, ob die KI-Ergebnisse realistische Kundenerwartungen erfüllten.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
- Manus erreichte mit 2,51 TP4T den höchsten Automatisierungsgrad, gefolgt von Grok 4 und Claude Sonnet 2.5 mit 2,11 TP4T.
- Keiner der getesteten Agenten war in der Lage, diverse, mehrstufige Projekte selbstständig auf einem Niveau abzuschließen, das für bezahlte freiberufliche Tätigkeiten akzeptabel wäre.
- Im Jahr 2025 arbeiteten fast 431.040 der US-amerikanischen Erwerbsbevölkerung – etwa 73 Millionen Menschen – als Freiberufler, was die wirtschaftliche Bedeutung dieses Trends unterstreicht.
Obwohl KI-Systeme Potenzial für die Automatisierung strukturierter digitaler Aufgaben aufweisen, sind sie noch weit davon entfernt, die gesamte Komplexität von Remote-Arbeit zu bewältigen. Diese erfordert häufig menschliches Urteilsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Kreativität. Die Ergebnisse unterstreichen, dass es aktuellen KI-Systemen an der Anpassungsfähigkeit und dem kontextbezogenen Denken mangelt, die für wirtschaftlich wertvolle autonome Arbeit notwendig sind.
Mit zunehmenden Investitionen in KI warnen Experten, dass Freiberufler – zumindest vorerst – wenig zu befürchten haben. Die Studie hebt die deutliche Diskrepanz zwischen den Versprechen der KI und ihrer tatsächlichen Leistung hervor. Dies deutet darauf hin, dass eine künstliche allgemeine Intelligenz (AGI), die menschliche Freiberufler ersetzen kann, noch in weiter Ferne liegt.

